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18.11.2008 | Branchen-NewsDrucken | Als E-Mail senden

Nadelholzmarkt mit gedrückter Stimmung – Betriebe sollen flexibel reagieren

Die Nadelholzsäger im VDS, die sich am 13.11.2008 in Würzburg zum erstmals in erweitertem Kreis stattfindenden Nadelholzforum getroffen haben, beurteilen den Nadelholzmarkt derzeit als sehr gedrückt. Insbesondere nach der Sommerpause ist eine starke Abschwächung zu verzeichnen, die sich in den letzten Wochen noch verstärkt hat.

Im Mittelpunkt der Tagung unter der Leitung des VDS-Vorsitzenden Reinhard Müller-Gei stand die ausführliche Erörterung der derzeitigen Marktlage bei Nadelschnittholz und beim Rundholz, die sich nach den Aussagen der Sägewerke regional teilweise sehr unterschiedlich darstellt.

Dr. Lückge, Bad Wildbad, gab einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage am Markt und auch die absehbaren Tendenzen in den nächsten Monaten. Wie sich auch aus seiner laufenden Marktbefragung für den monatlichen Marktbericht im Holz-Zentralblatt ergibt, ist der Markt derzeit sehr differenziert zu beurteilen und noch keine klare Tendenz zu erkennen. Unter dem Einfluss der Subprime-Krise in den USA sowie Spanien und England ist die Schnittholznachfrage auf diesen Märkten deutlich rückläufig, was auch zu den bekannten Rückwirkungen auf den europäischen und deutschen Holzmarkt führt. Er verwies auf die seit Jahresbeginn 2008 stark auseinanderlaufende Entwicklung der Rund- und Schnittholzpreise, die die Ertragslage der Betriebe stark belastet. Eine Anpassung der Produktion an die sich abschwächende Nachfrage sei ebenso wichtig wie die sorgfältige Steuerung der eigenen Liquidität. Verschärfend wirkt die Kreditkrise vor allem für diejenigen Sägewerke, die sich über diese Finanzinstrumente finanzieren.

Auf dem Inlandsmarkt sind in nächster Zeit keine belebenden Impulse zu erwarten, weder aus dem Neubau noch aus dem allerdings auf vergleichsweise hohem Niveau laufenden Verpackungssektor. Große Hoffnungen werden mit den nochmals aufgestockten Programmen zur Energieeinsparung im Gebäudebestand verbunden, die sich auch auf die Schnittholznachfrage auswirken. Ebenso mit den weiter erhöhten Anforderungen aus der EnEV2009 an Neubauten, die Niedrigenergiehaus und Passivhaus begünstigen, eine Domäne für den modernen Holzbau.

Angesichts der zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Abschwächung und den angekündigten Fördermaßnahmen hat das Forum eine Resolution an die Bundesregierung gerichtet, den ermäßigten Umsatzsteuersatz auf Baudienstleistungen, die der umweltpolitisch gebotenen Energieeinsparung dienen, einzuführen.

Nach übereinstimmender Auffassung der Teilnehmer muss der Rundholzpreis an den veränderten Schnittholzmarkt angepasst werden. Von vielen Sägern wurde berichtet, dass der Forst gegenwärtig offenbar den Einschlag bewusst drosselt, um höhere Rundholzpreise durchzusetzen. Überhöhte Rundholzpreise, die aus dem Versorgungsdenken überhöhter Einschnittskapazitäten resultieren, sind derzeit am Schnittholzmarkt aber nicht umzusetzen. Die Firmen haben angekündigt, in den nächsten Wochen Schichten aus der Produktion zu nehmen bzw. über den Jahreswechsel länger als üblich ganz zu schließen.

Der niedrigere Einschnitt führt bei den Sägenebenprodukten zu einem relativ festen Markt, insbesondere bei den Sägespänen. Die deutlich gestiegenen Produktionskapazitäten der Pelletswerke nehmen zunehmend mehr Sägespäne und auch Hackschnitzel auf. Die Restholzerlöse sind demnach auch deutlich anziehend.


 
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